
Nach und nach trudeln weitere Besprechungen von »Alles nur geträumt« ein. Ursula Gaisa schreibt in der nmz (neue musikzeitung): »Unterhaltsam, manchmal etwas lehrmeisterhaft, aber immer gründlich recherchiert beschreibt er«, also ich, »die Entstehung des wohl einzig nennenswerten Pop-Ereignisses in Deutschlands populärer Musik, das eigentlich aus der deutschen Punkbewegung heraus entstanden ist und erst viel später in den Fängen der Plattenindustrie zu einem eher hirnlosen Gekaspere von Trittbrettfahrern wurde ... Das Buch macht Lust auf mehr, Lust darauf, sich wieder legendäre Alben neu zuzulegen und zu genießen — mit einem etwas melancholischen Lächeln, denn danach kann man das eintönige pseudo-poetische Gejammer von Bands wie Silbermond, Xavier Naidoo, Ich & Ich oder Rosenstolz gar nicht mehr hören.«
Gustav Ganz weist in Slam, dem Magazin für Alternative Music, darauf hin, dass in den vergangenen Jahren »eine Vielzahl« von Büchern, insgesamt drei, über die NDW erschienen ist und bemerkt: »Auch Hollow Skai schöpft aus den Tiefen seiner subjektiven Erinnerung, geht jedoch weiter und versucht daneben, die Entwicklung aus einer objektiveren Sicht zu schildern, von den Anfängen des Punk made in Germany bis zum industriellen Ausverkauf der NDW ... Im Gegensatz zu Teipel beschränkt er sich nicht nur auf die Szenen in den großen Städten, sondern beschäftigt sich auch mit der Provinz.« Neulingen in Sachen NDW biete das sachkundige Buch einen hervorragenden Einstieg in das Thema.
Und die »Berner Zeitung« bezeichnet das Buch als »Verteidigungsschrift«: »Bis Nena, Trio und Ideal in den US-Charts landeten, wurde die Neue Deutsche Welle nämlich als Kaspertheater von Schmalspurbands (Nichts, Fehlfarben, Einstürzende Neubauten) abgetan. Erst aus heutiger Distanz kann man ihr subversives Potenzial, ihren Einfluss auf nachfolgende Stile wie die Hamburger Schule und ihre Spuren in der Musik aktueller Bands wie Wir sind Helden gebührend würdigen.« Häh? Meines Wissens sind Ideal nie in den US-Charts aufgetaucht, und auch sonst scheint der Schweizer Kollege mein Buch nicht gelesen zu haben. Oder wie kommt er darauf, ausgerechnet Nichts, die Fehlfarben und die Neubauten als Schmalspurbands und ihre Musik als Kaspertheater abzutun?

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